• Twitter
  • Facebook

Ein Kunstblog für München







(Bild wurde entfernt, da laut UrhG Abbildungen zur aktuellen Berichterstattung nur kurzfristig verwendet werden dürfen.)

 

Charlotte Schleiffert, geboren 1967 in Tilburg in den Niederlanden, zeichnet Comics. Ihre Arbeiten auf Papier sind mal überlebensgroß, mal kleinformatig zu einer wandfüllenden Installation zusammengestellt und farblich immer expressiv. Dargestellt sind meist weibliche Figuren, deren Gesichter durch Masken verdeckt sind oder aber maskenhafte Züge tragen. Bunte Blumen, ob als Dekor auf einem Kleid oder als Hauptmotiv einiger Zeichnungen, prägen den Gesamteindruck der Ausstellung.  Der Titel der Show scheint sich hieraus abzuleiten: „Spring“, auf Deutsch Frühling, assoziieren wir mit frischen Farben, Blüten und neuem Leben. Frühling ist jedoch weit mehr als eine Jahreszeit. Er steht für den Neuanfang, für das Aufkeimen von etwas Neuem, meist Gutem, auch der Liebe. Die Künstlerin, so erfährt man in dem ausgelegten Begleittext der Galerie, behandelt unter anderem Themen wie Intoleranz, Macht und Gewalt, soziale Ungerechtigkeit und das Aufeinanderprallen unterschiedlicher Kulturen. Dies ist ein hoher Anspruch und es ist fraglich ob sie diesem tatsächlich gerecht wird. 

In Schleifferts Zeichnungen erkennt man durchaus die verschiedenen Einflüsse ihrer Auslandsaufenthalte. Ethnische Masken, Afrikanische Gesichtszüge, Pariser Mode. Die Künstlerin bereist die Welt; dies scheint klar. Den Arbeiten fehlt jedoch jeder weitere Ausdruck. Sie erscheinen mir vielmehr wie Zeichnungen eines Schülers, der vom Unterricht gelangweilt auf einem Blatt Figuren kritzelt: Naiv und ausdruckslos. Inhalte erhalten die Zeichnungen allein durch die Texte, die bezugslos im Raum des jeweiligen Blattes schweben. So ließt man auf einzelnen Blättern einer zur Installation zusammengefügten Arbeit, Schlagzeilen wie „Dafur und Tschad – Narben des Konflikts“ gleich neben „Kein Lohn unter 7,50 Euro pro Stunde“ und „Die Mönche marschieren wieder“ . Hier paßt Nichts zusammen: wahllos werden Themen aufgegriffen und ohne Zusammenhang aneinander gefügt. Eine Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Gedanken ist nicht erkennbar und leider macht die bloße Anhäufung von Themen eine Arbeit weder interessant noch wertvoll.  Indem die Künstlerin Schlagzeilen aktueller Berichte der Tagespresse verwertet, erhält sie deren Ansehen. Einen Neuanfang, wie durch den Titel suggeriert, schafft Schleiffert mit ihrer Ausstellung jedoch nicht. Wir müssen uns deshalb mit den leuchtenden Farben der Blumen als Boten des Frühlings begnügen. 


Zurück

newsletter