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Ein Kunstblog für München







©Andy Hope, Courtesy Galerie Christine Mayer, 2014, Installationsansicht.

Andy Hope 1930 is in the city! Der Künstler, mit dem bürgerlichen Namen Andreas Hofer, setzt sein faszinierendes Werk in den Räumen der Galerie Christine Mayer fort. Seit 2002 bespielt er in regelmäßigen Abständen die Galerie in der Liebigstraße und kreiert dabei immer wieder Neues. Noch bis zum 16. Mai weisen die auf das Schaufenster geklebten Dreiecke dem Besucher den Weg in eine, für Andy Hope 1930 so typisch unberechenbare Welt. Unter dem Titel "Echoes from an Unlimited Company" bevölkern allein 18 Arbeiten den ersten Raum der Galerie. Verschiedene Objekte, suprematistische Zeichnungen und Gemälde, C-Prints und eine Video- und Sound Installation füllen die zur Verfügung stehende Fläche. 

©Andy Hope 1930, Courtesy Galerie Christine Mayer, 2014, Installationsansicht.

Im gesamten Ausstellungsbereich ist ein von Percussion- und Pfeifgeräuschen untermalter, rhythmischer Singsang zu hören. Er gehört zu der Installation des Künstlers, mit dem Titel "The Education Dinosaur Movie Hall" von 2012. Die wie ein Schaukasten  oder eine Vitrine konstruierte Arbeit, besteht aus einem 60 x 50 x 130 cm großen Pappkarton, in dessen Inneren die Schatten einer Gruppe Dinosaurier vor einer Videoprojektion posieren. Bei der Projektion handelt es sich um einen Zusammenschnitt des abstrakten Animationsfilms "An Optical Poem" (1938) von Oskar Fischinger (1900- 1967), einem deutsch-stämmigen Avantgarde-Künstlers, der durch seine frühen abstrakten Musikanimationen bekannt wurde. Im Original von Fischinger bewegen sich leuchtend bunte, geometrische Formen zu der Musik von Franz Liszts "Ungarischer Rhapsodie no. 2" durch einen drei-dimensionalen Raum. Was den modernen Betrachter heute vielleicht nicht mehr beeindruckt, war damals vor allem wegen seiner Tiefenwirkung, ein Meilenstein des Animationsfilms. 

Videostill aus "The Education Dinosaur Movie Hall" 2012, ©Andy Hope 1930, Cortesey Galerie Christine Mayer.

Andy Hope 1930 lässt dieselben geometrischen Formen nun als Hintergrund seiner Dinosauriergruppe zu einem ethnisch anmutenden Trommelgesang tanzen. Die urzeitlichen Dinosaurier wirken irgendwie fremd vor den, von Fischinger geschaffenen Kreisen, Dreiecken und Quadraten. Im Pressetext findet man einen Text des Künstlers, der den Betrachter vielleicht zur Erklärung dienen kann: "The open set or continuum: a accumulation of individual elements or things, which contain predictions for a past of the future in their alogical gathering, or the question concerning a collision with the darkness...a darkness, which might lead behind the horizon of oblivion". Wow! Wenn Andy Hope 1930 uns damit nicht noch mehr verwirren will, so  meint er vielleicht, dass die Zusammenkunft der gezeigten individuellen Elemente, wie der Musik, den geometrische Formen und den urzeitlichen Figuren etwas Neues kreiert, dabei Vergangenheit und Zukunft in sich trägt und somit, als etwas Universelles neue Bedeutungsebenen schafft?

Installationsansicht mit "Second Step", 2014, ©Andy Hope 1930, Cortesy Galerie Christine Mayer.

Der Text kann sich jedoch ebenso gut auf die gesamte Ausstellung beziehen, denn wie so oft in Hopes Werk, fügen sich alle Elemente der Show zu einer "labyrinthischen Unendlichkeit".

©Andy Hope 1930, Courtesy Christine Mayer, 2014, Installationsansicht.

 

©Andy Hope 1930, Courtesy Christine Mayer, 2014, Installationsansicht.


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